Android_Robot_200Ab und an wird er fällig, der Wechsel des Smartphones. Mir selbst wurde dieser Wechsel schon oft erleichtert, da mir die Smartphones gestohlen wurden, aber erst letztes Jahr musste ich selbst einmal Wechseln vom Nexus 4 auf ein Oppo Find 7A, ebenfalls letztes Jahr meine Frau von ihrem betagten Galaxy S3 Mini auf mein frei gewordenes Nexus 4 und erst kürzlich wieder meine Frau vom, mittlerer weile leicht beschädigtem und mit seinen 16GB einfach zu schwach ausgerüstetem, Nexus 4 auf ein LG G3 mit 32GB (+32GB SD).

Den Wechsel zwischen den Smartphones darf in unserem hause stets ich durchführen, im folgenden versuche ich einmal grob die einzelnen Schritte aufzuzählen und Probleme die auftreten könnten anzusprechen. Gleich vorweg nehmen kann ich, das der Wechsel auf ein neues Smartphone Zeit benötigt, man sollte es also nicht mal eben durchführen, sondern sich einen Abend dafür Zeit nehmen. Dies gilt insbesondere, wenn neben dem Kopieren der Daten auch noch ein Custom-ROM Einzug erhalten soll. Dies war der Fall beim LG G3 meiner Frau, da LG nach der veröffentlichten Version 5.0 von Lollipop vorerst keine weitere Version veröffentlichen will bis Android M. Daher wurde hier eine aktuelle Cyanogenmod-ROM installiert (CM 12.1, Android 5.1.1 für LG G3).

Als gute Vorbereitung sollte man das alte Smartphone von allem befreien, dass nicht mehr benötigt wird. Dies sind vor allem Bilder, Videos und Apps die man sowieso nicht mehr benutzt. Dieser Schritt ist Gold wert, da so nur wenige GB Daten verschoben werden müssen und nicht gleich dutzende.

Nun aber, die Checkliste vor dem Start:

  • Handy bereinigen
  • Akkus laden
  • Smartphones rooten (wichtig für Backup!)
  • USB-Treiber auf vorhandenem PC/Laptop installieren
  • Custom-ROM herunterladen und Installationsberichte lesen
  • Recovery herunterladen und Installationsberichte lesen
  • Titanium Backup auf beiden Smartphones installieren (die kostenfreie Version ist ausreichend!)

Kann man die Punkte oben alle abhaken, dann kann es losgehen. Für viele ist das Thema Rooten immer noch ein Buch mit sieben Siegeln. Für nahezu alle Smartphones gibt es mittlerer weile allerdings einfach zu bedienende Skripte oder gar Apps die das Rooten in Sekunden erledigen.

Quellhandy (Nexus 4)

Zuerst nehmen wir uns das Quellhandy vor, also in meinem aktuellsten Fall das Nexus 4. Wir öffnen Titanium Backup und legen in einem ersten Schritt den Pfad des Backups fest.

Hautpmenü -> Einstellungen -> Ort des Sicherungsordners

Hat das Smartphone eine externe SD-Karte würde ich diese empfehlen, intern geht aber auch. Über die Stapelaktion (oben rechts, das Blatt-Symbol mit Haken) sichern wir nun die Benutzeranwendungen. Nach dem Klick auf diesen Menüpunkt sehen wir eine Liste aller Apps, alle sind ausgewählt. Nun wählen wir diejenigen Apps ab, die wir nicht sichern wollen.

Ich empfehle nur solche Apps zu sichern, bei denen wirklich (für den Nutzer) wichtige Daten angefallen sind, z.B. Whatsapp, Mailclients usw.. Natürlich können auch einfach alle Apps gesichert werden, das kann aber zum einen sehr viel zusätzlichen Speicherplatz auf dem Handy kosten, zum anderen werden oftmals viele Daten mitgeschleppt, die gar nicht mehr benötigt werden (uralt Backups, Thumbnails, …). Daher meine Empfehlung: Nur das nötigste sichern, den Rest neu installieren!

Ist das Backup fertig werden die gesicherten Daten über USB an den PC/Laptop übertragen. Dies kann je nach Handy und PC/Laptop eine Weile dauern. Bei mir ging es unter Linux auch stets schneller als unter Windows!

Zielhandy (LG G3)

Das Zielhandy wird auf die neueste Version gebracht, entweder mit Hilfe eines OTA-Updates des Herstellers, oder wie in meinem Fall, mit Hilfe einer Custom ROM (Cyanogenmod 12.1). Nach dem ersten Boot kann man sich schon einmal mit dem Google-Konto verbinden, so dies gewünscht ist. Danach kommt das Handy an das USB-Kabel und wird mit dem PC/Laptop verbunden und die gesicherten Daten werden auf das Zielhandy kopiert.

Sollte Titanium Backup noch nicht installiert sein, so ist jetzt der Zeitpunkt gekommen. Als Backup-Pfad den Ordner angeben, in den ihr gerade die Backupdateien verschoben habt. Nach einem Neustart von Titanium Backup zeigt euch die App und Sichern/Widerherstellen alle als Sicherung vorhandenen Apps an. Diese könnt ihr nun über die Stapelverarbeitung einfach komplett widerherstellen lassen oder einzeln.

Solltet ihr Titanium Backup Pro gekauft haben, so könnt ihr die Backups auch als .zip-Datei speichern lassen und anschließend mittels Recovery installieren, klappt auch.

Nach der Installation der Apps würde ich einen Neustart empfehlen, danach sollten die Apps wie gewohnt funktionieren. Es kann jedoch zu Problemen kommen, wenn eure Apps als ganzes oder in teilen nicht von der gewählten Androidversion/Custom Rom unterstützt werden. Vor allem veraltete Apps können Schwierigkeiten machen, daher öfter mal ausmisten und nach Alternativen sehen!

Kür

Kommen wir abschließend noch zur Kür. Damit in Zukunft automatisch Backups durchgeführt werden, empfehle ich euch die Zeitpläne von Titanium Backup zu nutzen. Bei mir laufen diese dreimal die Woche. Hierbei werden in einem ersten Lauf die Daten der (ausgewählten) Apps gesichert, in einem zweiten Durchgang die Apps selber, wenn es eine neue Version ist. Diese Daten liegen vorerst natürlich nur auf dem Handy vor (bei mir auf der externen SD-Karte), doch auch hierfür gibt es Abhilfe.

Mit der App Folder Sync werden die Backups auf der SD-Karte ebenfalls dreimal die Woche via WLAN auf meine Synology Diskstation gesichert. So sind die Daten sicher, auch wenn das Smartphone einmal einen Totalschaden erleiden sollte. Hierbei ist zu beachten, dass das Smartphone zum Zeitpunkt des Backups im WLAN-Netz betrieben wird, und das WLAN auch an ist (Stichpunkt: Nachtschaltung der FritzBOX), sonst bricht das Backup zur DS ab.

Android – Wechsel des Handys, ein paar Tipps

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