kodi_synology_logo
Bisherige Teile dieser Artikelserie:
1 - 2 - 3 - 4 - 5 - 6

Als Fan von Filmen und TV Serien (ausnahmslos amerikanische Serien!) liebe ich es vor dem Fernseher oder Monitor zu sitzen und mir aus einer übersichtlichen Liste einen guten Film auszuwählen. Da ich meine kompletten DVDs, CDs und Kassetten als digitale Kopien auf meinen Festplatten habe, bietet sich hierfür natürlich ein Mediencenter an. Vor einiger Zeit bin ich dabei auf XBMC gestoßen und habe dieses erst einmal ausgiebig auf meinem Hauptrechner genutzt.

Mit dem Umzug in eine neue Wohnung kam nun aber der Wunsch nach mehr auf. In zwei Zimmern sollten die Mediendateien an einem Fernseher und an einem Monitor zu betrachten sein, parallel sollte der Hauptrechner in einem dritten Zimmer stehen und dort als normaler Arbeitsplatzrechner zur Verfügung stehen.

Auswahl des passenden Medienservers

Eine erste Idee war die Auslagerung der Festplatten mit den Mediendateien in ein aktuelles NAS-Gehäuse. Das NAS-System würde dann als Medienserver für alle angeschlossenen Clients dienen, ausreichend große Gehäuse und eine Vielzahl an Modellen stehen mittlerer weile zur Verfügung.

Die Vorteile eines NAS-Systems liegen auf der Hand:

  • geringer Stromverbrauch (mittels Nutzungsprofilen, automatischem Hoch- und Runterfahren noch optimierbar)
  • an das Gerät angepasste, einfache und schnell zu bedienende Software
  • Möglichkeiten zur Bildung eines RAIDs (Achtung: Ersetzt kein Backup!)
  • geringe Abmaße (zumindest bis zu den 4-Bay-Gehäusen) und variabel in der Wahl des Aufstellortes

Da ich Technik gegenüber immer aufgeschlossen bin, wurden mir bei dem Gedanken an ein NAS die Hände schon leicht feucht. Aber einen für mich gravierenden Nachteil hatten die NAS-Geräte, ihr Preis. Bei ungefähr 300-500€ für das leere Gehäuse, abhängig von Hersteller und Ausstatter, ist so eine Investition nicht so schnell getätigt.

So kam es zur nächsten Idee, der Hauptrechner dient parallel als Fileserver. Da auf meinem Rechner ohnehin Linux (OpenSUSE 12.2) läuft, sind die Daten flugs via NFS im Netzwerk verteilt.
Bleibt der hohe Energiebedarf des Hauptrechners (Intel I5 Prozessor, SSD + 2*HDD, Passive Grafikkarte, …). Hier habe ich seinerzeit beim Einkauf der Hardware schon auf minimalen Stromkonsum geachtet, es ist aber selbstverständlich, dass der Rechner trotzdem mehr als ein NAS verbraucht.

Im Moment sind dies im Leerlauf, mit etwas Filestreaming um die 80W (ohne Monitor!), welche sich auch leider nicht weiter reduzieren lassen. Rechnet man mit 0,29Cent/kWh kommt man auf Kosten von etwas mehr als 17€/Monat.

Diese Kosten kann man nun weiter drücken, indem der Hauptrechner, neben dem Medienstreaming im Haus, auch andere Dienste verrichtet, die bisher vielleicht extra zu Buche geschlagen haben, z.B.:

  • Dropbox: Lässt sich leicht mit einer eigenen owncloud ersetzen, für ein ausreichendes Backup muss man dann allerdings selbst sorgen.
    • Ersparnis je nach Paket, bei mir 9,99$/Monat
  • Musik-Streaming: s.o.
    • Dies setzt natürlich eine ausreichend bestückte mp3-Sammlung voraus, die sich mit aktuellen Angeboten messen lassen muss. Dies ist bei mir leider nicht der Fall, Spotify bleibt mir daher vorerst erhalten.
  • Webhosting: Das Aufsetzen eines Webservers gelingt heute jedem, und für kleinere Auftritte sind die verfügbaren Upload-Geschwindigkeiten der Netzanbieter ausreichend.
    • Auf diesen Zug werde ich noch aufspringen. Die von mir gehosteten Websites werden am Tag vielleicht 40mal abgerufen, diese Last sollte das System und die Internetleitung ohne Probleme aushalten. Im Vorfeld werde ich aber einige Tests durchführen, und mir über einen längeren Zeitraum die Erreichbarkeit des Webservers aufzeichnen lassen. Danach werde ich dann entscheiden, ob ich umziehe oder nicht.

Wie man aus den detaillierten Überlegungen vielleicht schon ableiten konnte, habe ich mich für Variation zwei entschieden. Der Hauptrechner wurde in seinen Einstellungen auf minimalen Energieverbrauch hin optimiert und die NFS-Freigaben für die Mediendateien erstellt.

Da weitere Clients die XBMC-Datenbank auslesen sollen, wurde diese nicht lokal in einer SQL-Datei, sondern auf einem lokalen MySQL-Server gespeichert. Dieser ist schnell auf dem Hauptrechner eingerichtet und belastet diesen nur minimal. Da er für die geplante Cloudhosting-Plattform owncloud (in Verbindung mit apache2) sowieso benötigt wird, empfiehlt sich dessen Nutzung von selbst.

Somit steht die Wahl des Medienservers fest, ebenso das darauf laufenden Betriebssystem und die Mindestanforderung an laufende Dienste auf dem Server (MySQL, apache2, NFS Server, XBMC).

Fortsetzung folgt, im zweiten Teil berichte ich dann über die Einrichtung von XBMC und das Setup der Datenbank.

Mediencenter mit XMBC und Zuspielern für Fernseher und Monitore (Raspberry Pi) – Teil 1

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.