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Im Herbst letzten Jahres hatte ich mich dazu entschlossen, meine Websites nicht mehr bei einem Hoster zu betreiben, sondern sie auf dem eigenen, ohnehin dauerlaufenden Medienserver zu parken. Bei den Websites handelt es sich – wie man sieht – um eher weniger gut besuchte Seiten, die ich vor allem betreibe, weil es mir Spaß macht, umgesetzte Ideen online zu stellen oder von meinen Fortschritten bei der Restaurierung meines Autos zu berichten (zur Zeit: NULL!).

Auf Grund der geringen Zugriffszahlen, und weil eher wenige Bilder und meist nur Text vom Server ausgegeben werden müssen, spricht nichts gegen einen Webserver in den eigenen vier Wänden, verbunden mittels DSL und dank DDNS trotz dynamischer IP immer erreichbar.

Die Domains sind nun bei STRATO registriert, es handelt sich hierbei um einen reinen Domainvertrag, Kostenpunkt ca. 10€/Jahr und Domain. Auf STRATO fiel die Wahl, da STRATO einer der wenigen Anbieter ist, der diese einfache und billige Art von Paketen mit der Option DDNS ausstattet. Mein alter Hoster bot dies erst in Paketen mit Speicherplatz und Datenbanken ab ca. 4€/Monat an, aber dann braucht man diese Option eigentlich nicht.

Als Server hatte ich zuerst meinen alten Gaming PC im Auge (i5, 8GB, …), den ich bereits als Medienserver nutze und der in Sachen Stromverbrauch bereits optimiert war. Als Betriebssystem war OpenSUSE 12.2 im Gespräch, da ich immer schon SUSE genutzt habe. Aber wie man an obigem Bildchen sehen kann, kam es doch anders als erwartet.

Die Entscheidung

An einem langweiligen Samstagnachmittag habe ich mir alle Vor- und Nachteile einmal aufgeschrieben. Hier mal ein Auszug:

Was kostet mich der externe Hoster, was die Domainverträge alleine?

8€/Monat zu 20€/Jahr (2 Domains!) = 96€ zu 20€ im Jahr

Wie hoch sind die Stromkosten für den Server im Jahr?

(60W * 24h *365 Tage * 29 Cent/kWh)/1000 = 152,42 €

Wie realisiere ich das Backup?

Wechselrahmen für HDDs vorhanden!

Welche Features soll der Server alle bieten?

Webserver, NFS-Server für XBMC, Speicher für Bilder (mit Webschnittstelle), CalDAV Server, …

Nimmt man das alles zusammen, kommt man schnell zu den Gedanken zu denen ich auch gekommen bin. Scheiße ist das teuer! Der Server ist, trotz Optimierung immer noch zu stromhungrig. Schließlich war er mal als Spielerechner ausgelegt. Auch die extern gehosteten Websites gehen ins Geld. Lösung?

Ein NAS! Ein NAS bietet bei deutlich geringeren Stromkosten (~20W/h im Schnitt) ähnlichen Funktionsumfang wie der Server. Natürlich hatte der mit seinem i5 deutlich mehr Bumms, aber große Rechenaufgaben hat das NAS nicht zu leisten. Es beherrscht das Ausgeben der Medien über NFS, somit kann XBMC bedient werden. Eine Schnittstelle für Bilder nebst Webalben ist bei nahezu allen Herstellern auch an Bord, ebenso eine Backup-Funktion über USB!

Nach etwas Recherche stand der Gewinner dann fest:

Eine Synology DS 213J sollte es sein!

Synology DS 213J

Die DS 213J bietet zwei HDD Slots die mit Festplatten mit je 4TB Speicherkapazität bestückt werden können. Als Betriebssystem läuft der DiskStation Manager (DSM) aus dem gleichen Hause in der aktuellsten Version. Der Funktionsumfang des Diskmanagers kann hier eingesehen werden.

Mit dabei sind natürlich die von mir geforderten Dienste wie NFS, Fotoalbum und Backupfunktionen. Das ganze ist auch sehr schnell aufgesetzt, der DSM installiert sich nach dem ersten Boot automatisch (Internetverbindung erforderlich!) und kurze Zeit später läuft die kleine Kiste bereits. Das erstmalige Aufspielen der Daten kann etwas dauern, auch wenn es nur 1-2 Terabyte sind. Hierzu sollte das NAS auf jeden fall mittels Gbit-LAN mit eurem Netz verbunden sein. Sollte dies nicht gehen, da euer Router (wie der meine auch) nur 100Mbit liefert, empfehle ich einen Gbit-Switch in das System zu integrieren und zwar zwischen Datenquelle und dem NAS. Dieser Switch kann nach dem erstmaligen Aufspielen wieder entfernt werden. Bei mir bleibt er erhalten, da PC und NAS an ein und demselben PowerLAN-Adapter hängen und somit ein Switch erforderlich wird.
Alternativ kann der erste Datenabgleich natürlich auch mittels USB von statten gehen.

Das Backup realisiere ich über die USB-Schnittstelle, daran habe ich einen HDD-Port von Sharkoon angeschlossen, in den ich die Backupplatten bequem hineinstecken kann. Auch hier gilt: Das initiale Backup dauert lang, die Deltas danach gehen dann immer sehr schnell (wobei das bei euch je nach Datennutzung natürlich anders aussehen kann).

Das Ergebnis

Im Ergebnis laufen die gehosteten Webseiten wie gewohnt sicher und stabil, auch die Reaktionszeiten sind in Ordnung. Einen Mailserver betreibe ich derzeit noch nicht, das folgt dann in den nächsten Monaten.

Die Nutzung des NAS als Zuspieler für den Raspberry Pi läuft wie erwartet ohne Probleme. Alle Filme werden ohne Abbrüche gestreamt.

Die Zukunft

Auch wenn ich im Moment mit dem Status quo zufrieden bin, ist das Setup natürlich noch nicht optimal. Würde der Chromecast ohne WLAN, dafür mit Ethernet-Schnittstelle funktionieren und für XBMC offen sein, wäre das ein weiterer Schritt den ich mir überlegen könnte. Am Besten wäre natürlich noch eine Kombination mit Lovefilm (was wegen DRM aber schwierig ist). Es gibt bereits Lösungen, ich weiß, allerdings sind diese meiner Meinung nach noch nicht ausgereift und für allzu viel Bastelei fehlt mir die Zeit.

Ich hoffe allerdings, dass sich der Markt in den nächsten Monaten hier weiter bewegt, dann dürfte es zur Eier-legenden-Woll-Milch-Sau nicht mehr weit sein!

Teil 6 dieser Serie bildet dann endlich den Abschluss, Themen hier: Amazon Prime Instant Video, Export der Filmdatenbank etc..

Mediencenter mit XMBC und Zuspielern für Fernseher und Monitore (Raspberry Pi) – Teil 5

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